Religion und Kultur
Bei den Naturvölkern Afrikas bestimmen Natur und Religion auch heute noch das Leben des Bewohner, und mit diesen Dingen muss der Mensch sich auseindersetzen. Es gibt also keine Trennung zwischen Alltag und Religion. Der Mensch sucht vielmehr mittels Gebet, Opfern und Lob-Preisung der Götter Hilfe und Unterstützung in seinem Alltagskampf zu erlangen. Dies bezieht sich auf alle Gebiete, beispielsweise auch auf die Behandlung von Krankheiten.Die Religion ist eng mit der Natur verbunden. Daher stellen die wichtigen Elemente der Natur wesentliche Kennzeichen der Naturreligionen Afrikas dar. Tiere, Gegenstände des Alltags, Pflanzen, Sterne – also alles was der Afrikaner sehen und anfühlen kann. Die Bandbreite Afrikas führt natürlich auch zu einer großen Zahl unterschiedlicher Religionen. Fast in jedem Land gibt es mehrere Stämme, und damit auch mehrere Religionen.
Für Europäer war der afrikanische Glauben immer schwierig zu verstehen, weil die gesamte Religion „gelebt“ wurde, und nicht im Sinne einer Bibel niedergeschrieben wurde. Die Zeremonien und Vorstellungen blieben daher für lange Zeit im Dunkel verschwommen. Dies hat die Fantasie der europäischen Besucher Afrikas schon immer angeregt, und leider auch viele falsche Vorstellungen in die Welt gesetzt.
Afrikanische Rituale sind für den westlichen Betrachter wie schon gesagt eher unverständlich. Die Geister der Ahnen, die Einflüsse der Natur, Hexerei, Dämonen , Voodo... kaum interpretierbar für die Eroberer und folgende Missionare. So wurde dieser Kult von Anfang an bekämpft, und in vielen Regionen von Afrika durch das Christentum oder den Islam abgelöst. Dennoch - bis heute haben sich Glauben und Kunst in vielen Regionen Afrikas gehalten, manchmal auch in Ergänzung zum modernen christlichen Glauben.
Religion und afrikanische Kunst
Sichtbar sind aber auch heute noch die faszinierenden Masken und Figuren. Besonders die Masken mit Menschen- oder Tierform waren ein Teil von religiösen Ritualen, Feiern, Initiationsritualen oder zur Kriegsvorbereitung. Sie gaben dem Träger beim Tanz Schutz und Kraft, übertrugen ihm mysthische Gewalt bei den Zeremonien.Daneben bildeten aus Holz geschnitzte afrikanische Figuren den Platz, Kontakt zu den Göttern aufzunehmen und mit ihnen zu beten. die wichtigste Funktion der afrikanischen Figuren und Masken kamen allerdings erst bei den religiösen Zeremonien zum Tragen. Beten, Bewegung und Tanz bilden eine Einheit in der afrikanischen Kultur.
Während der Maskenzeremonie geht der Tänzer in tiefe Trance und dieser Gemütsverfassung spricht er mit seinen Vorfahren. Ein kluger Mann oder Übersetzer begleitet den Masken-Träger manchmal während des Rituals. Der Tänzer bringt Nachrichten von seinen Vorfahren hervor. Oft sind die Botschaften gegrunzte Äußerungen, und der Übersetzer entziffert die Bedeutung der Nachricht. Rituale und Zeremonien werden immer mit Liedern, Tanz und Musik begleitet, die mit traditionellen afrikanischen Musikinstrumenten gespielt werden.